Verkehr

Wahl-Programm der FDP Dietzenbach

Mobilität ist Freiheit. Dazu gehört insbesondere die individuelle Mobilität. Sie ist und bleibt ein Grundbedürfnis und darf nicht zum Luxusgut werden.

Daher setzt sich die FDP für ein gleichberechtigtes Nebeneinander aller Verkehrsmittel ein. Wir wollen den Bedürfnissen aller Verkehrsteilnehmer, unabhängig von der frei gewählten Fortbewegungsart Rechnung tragen. Die Förderung eines Verkehrsträgers soll nicht, vor allem nicht aus einseitigen ideologischen Gründen, zu Lasten eines anderen führen.

In den letzten Jahrzehnten wurde, insbesondere vor dem Hintergrund einer insgesamt wachsenden Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet, deutlich zu wenig in die verkehrliche Infrastruktur investiert. Wohlstand und Lebensqualität sind jedoch auf eine leistungsfähige, intermodale Verkehrsinfrastruktur angewiesen. Sie bringt den Menschen nicht nur mehr wertvolle Freizeit, sondern ist auch ein entscheidender wirtschaftlicher Faktor. Wir fordern daher, dass aus Lippenbekenntnissen endlich auch konkrete bauliche Maßnahmen werden.

Nur allzu oft scheitern Bauprojekte nicht an fehlenden finanziellen Mitteln. So bieten überbordende Beteiligungsverfahren regelmäßig die Möglichkeit Projekte effektiv über Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte zu verzögern. Fehlende personelle Ressourcen in den zuständigen Planungsämtern tun ihr übriges. Wir setzen uns daher für eine konsequente Entschlackung und Beschleunigung von Planungsprozessen ein. Dazu gehört auch die bedarfsgerechte Ausstattung der Planungsbehörden mit entsprechend qualifizierten Personalen.


Flughafen Frankfurt

Der Frankfurter Flughafen trägt ganz wesentlich zur wirtschaftlichen Bedeutung der Rhein-Main-Region bei. Große Teile unserer öffentlichen Infrastruktur wären ohne den Flughafen und die Wirtschaftskraft der dort arbeitenden Menschen gar nicht finanzierbar. Der Flugverkehr führt andererseits aber auch zu erheblichen Lärmbelastungen. Davon sind gerade Städte und Gemeinden im Kreis Offenbach in hohem Maße betroffen.

Einem Ausgleich zwischen den lärmbetroffenen Gemeinden und ihren Bewohnern einerseits und den Interessen des Flughafenbetreibers und der Fluggesellschaften andererseits kommt damit eine besondere Bedeutung zu.  Maßnahmen des aktiven Schallschutzes müssen stets zu einer spürbaren Entlastung für alle Betroffenen führen und nicht nur zu einer temporären Verlagerung des Fluglärms.

In Corona Zeiten besteht die Gefahr Rückschritte beim Lärmschutz zu machen. Diese besondere Situation darf jedoch weder zu einer Aufhebung des bestehenden Nachtflugverbotes noch zu einem Nachlassen bei den nach Lärm gestaffelten Start- und Landegebühren führen.

Darüber hinaus gilt es die Frage wie die Menschen zum Flughafen gelangen, sei es als Arbeitnehmer oder Reisender, im Sinne der Region zu beantworten.

Daher fordert die FDP:

  • Beschleunigte innere und äußere Erschließung des Flughafens über konsequenten Anschluss an das Nah- und Fernbahnnetz und Ausbau des Radwegenetzes auf ein „pendelfähiges“ Niveau.
  • Beibehaltung des strikten Nachtflugverbots in der Zeit von 23:00 bis 05:00 Uhr.
  • Keine bloße Umverteilung des Fluglärms durch Flugroutenverlegungen.
  • Umsetzung von aktiven Schallschutzmaßnahmen, die zu einer effektiven Entlastung für alle Lärmbetroffenen führen: Lärmreduzierung statt bloßer Lärmverteilung!
  • Echte Beteiligung und Anhörung aller Betroffenen bei der Entwicklung von Maßnahmen zum aktiven Schallschutz.

Öffentlicher Personen Nahverkehr (ÖPNV)

Der Kreis Offenbach zählt zu den am dichtesten besiedelten Landkreisen, inmitten einer wachsenden Wirtschaftsregion. Mit dem Auto allein können und wollen wir die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen und hier insbesondere der Berufspendler nicht bedienen. Der Ausbau des ÖPNV und dessen Vernetzung mit dem motorisierten Individualverkehr (inkl. Park+Ride) sowie mit dem Fuß-und Radverkehr (inkl. Bike+Ride) muss daher eine zunehmende Rolle in Form eines intelligenten Verkehrsmix spielen. Dabei ist uns bewusst, dass quantitative und qualitative Verbesserungen nur auf der Basis einer soliden Finanzierung möglich sind.

Daher fordern wir:

  • Eine zügige Realisierung der bislang viel zu zaghaft geplanten S-Bahn Regionaltangente Süd (Offenbach – Südbahnhof), mit dem langfristigen Ziel eines S-Bahn Ringes für die Region.
  • Eine zweigleisige Verlängerung der S2 über Dietzenbach hinaus nach Rödermark und Dieburg. Alternativ auch eine Anbindung an Offenthal.
  • Alternativ den Anschluss Dietzenbachs an die geplanten Regionaltangenten West und/oder Ost.
  • Einen beschleunigten Ausbau des Park & Ride Systems für Fahrräder und Autos unter Berücksichtigung der Möglichkeit der Ausleihe von Fahrrädern und e-Bikes sowie der Einrichtung von P+R Mietparkplätzen
  • Verbesserung der ÖPNV-Qualität durch umsteigefreundlichere Vertaktung von Bus- und Bahnlinien, flächendeckende Errichtung von optisch attraktiven, mit elektronischen Anzeigen ausgestatteten, überdachten Haltestellen (wir lassen sie nicht im Regen stehen) und moderne, saubere und leise Fahrzeuge.
  • Die Beschleunigung von Busverkehren durch intelligente Schaltung von Lichtsignalanlagen. Sogenannte Haltekaps die bei Anhalten des Busses alle anderen Verkehre ebenfalls abstoppen, lehnen wir hingegen ab.
  • Eine direkte Bus-Anbindung Dietzenbachs (X-Bus) an den Flughafen Frankfurt.
  • Fortführung und Ausweitung flexibler Tarifmodelle (siehe Pilotprojekt RMV Smart) im ÖPNV zur Vermeidung von Tarifsprüngen. Eine kostenlose oder nahezu kostenlose Nutzung lehnen wir ab, da diese dem System nur dringend benötigte Gelder entzieht und auch die Möglichkeit zur zeitlichen Steuerung der Nutzung eliminiert. Auch erzielen „kostenfreie“ Angebote nachweislich nicht den gewünschten Effekt. Fußgänger und Radfahrer steigen um. Autofahrer aber nicht.
  • Kostengünstige Flexibilisierung des ÖPNV über Zulassung von Pooling durch private Gemeinschaftsdienste.

Straßenverkehr

Der individuelle PKW – Verkehr (inkl. Motorrad) wird auch in Zukunft eine tragende Rolle im Verkehr spielen. Ein Ausspielen der verschiedenen Verkehrsträger untereinander führt nicht zum Ziel, sondern verschlechtert das gesellschaftliche Klima.

Das vorhandene Straßennetz ist in seiner Substanz dringend baulich zu erhalten und nach Möglichkeit zu verbessern. Zur Entlastung der Ortskerne und Wohngebiete setzt sich die FDP dafür ein, in Planung befindliche Umgehungsstraßen schnellstmöglich zu realisieren.

Die FDP spricht sich klar für den schnellstmöglichen achtspurigen Ausbau der Autobahn A3 zwischen Hanau und dem Flughafen Frankfurt aus. Die Verzögerungstaktik der schwarz-grünen Landesregierung geht nicht nur zu Lasten tausender Berufspendler. Bei Stau auf der A3 werden auch die Innenstädte und Kreisquerverbindungen mit Umleitungsverkehren geflutet. Nicht zuletzt wird Gravenbruch ein moderner Schallschutz verweigert.  

Moderne Verkehrstelematik, (z.B. car2x) muss schnellstmöglich Einzug erhalten. Die vorhandenen Ampelschaltungen im Kreisgebiet müssen wo möglich optimiert oder durch Kreisel ersetzt werden, um unnötige Lärm- und Abgasentwicklungen zu vermeiden. Weiterhin sind die Lärmschutzmaßnahmen an Landes- und Bundestraßen sowie Autobahnen im Kreisgebiet auf den aktuellen Stand der Technik zu heben.

Radfahrer

Ein funktionierendes und hochwertiges Radwegenetz ist essentiell für die Akzeptanz des Fahrrads als Verkehrsmittel. Ziel soll sein, das Fahrrad im Nahbereich und auch zwischen den Städten als attraktives und gleichwertiges Verkehrsmittel nutzen zu können.

Daher fordern wir:

  • Beschleunigte Umsetzung des Mobilitätskonzeptes inkl. Lückenschluss des kreisweites Radwegenetzes
  • Einrichtung alltagstauglicher, überregionaler Wegeführungen entweder parallel zu Straßen oder auf komfortablen, sicheren und schnellen neuen Radwegen. Grobe Schottersteine auf Waldwegen und ungeschützte Querungen von Landstraßen müssen der Vergangenheit angehören.
  • Schaffung von Radwegen zwischen Dietzenbach und Neu-Isenburg an der B459 und Dietzenbach und Heustesatmm an L3001.
  • Schaffung von Abzweigungen bzw. Verbindungen von RUDI zum Radschnellweg Darmstadt-Frankfurt.
  • Konsequente Errichtung moderner und wettergeschützer Fahrradabstellanlagen
  • Einbindung von digitalen Anwendungen zur bevorzugten bzw. vorzeitigen Ampelschaltung

Fußgänger

Die wahre Qualität städtischer Planung lässt sich oft an dem Gefühl ablesen mit dem wir uns als Fußgänger durch unsere Stadt bewegen. Macht es Spaß, verweilen wir gerne, oder versuchen wir nur schnell alles notwendige zu erledigen? Wir möchten, dass sich Fußgänger frei und unbeschwert im öffentlichen Raum bewegen können.

Daher fordert die FDP:

  • Deutlich mehr öffentliche Sitzmöglichkeiten.
  • Sichere und flexible Überquerungsmöglichkeiten von Straßen und Schienenwegen (Grünphase nach Bedarf)
  • Aufenthaltsqualität im Freien über konsequente Attraktivierung von Plätzen steigern. Dazu gehören auch Brunnen und Cafés.